Kühlsole: Kälteträger für Kälteanlagen, Prozesskühlung und Lebensmittelkühlung
Kühlsole ist ein flüssiger Kälteträger, der die Kälte einer zentralen Kälteanlage zu den Verbrauchern transportiert und dabei auch unter 0 °C nicht einfriert. Glysofor liefert Kühlsole als Konzentrat oder einfüllfertig auf Basis von Ethylenglykol, Propylenglykol oder Kaliumformiat mit Frostschutz bis -51 °C. Welche Sole passt, hängt von der Solltemperatur, den Werkstoffen im Kreislauf, der Lebensmittelnähe und dem Energiebedarf der Pumpen ab. Diese Seite zeigt die Produktwahl, die Auslegung nach Konzentration und den Weg zur Anfrage.
Wann braucht eine Kälteanlage eine Kühlsole statt Wasser?
Sobald der Kälteträger unter 0 °C arbeitet oder Leitungen im Freien liegen, reicht Wasser nicht mehr aus. Eine indirekte Kühlung mit Sole trennt den Kältemittelkreis der Maschine vom Verteilnetz. Das reduziert die Kältemittelfüllmenge, verkürzt die Rohrleitungen mit Kältemittel und vereinfacht die Anlage im Hinblick auf die F-Gase-Verordnung.
Typische Einsatzfälle sind Kaltwassersätze und Rückkühler mit Freiaufstellung, die Prozesskühlung in Industrie und Kunststoffverarbeitung, Kühlhäuser und Tiefkühllager, die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie mit Brauereien und Molkereien, Kaltwassernetze in Rechenzentren sowie Eisbahnen und Eisspeicher.
Ein zweiter Grund ist der Korrosionsschutz. Inhibierte Kühlsolen schützen Stahl, Kupfer, Messing und Aluminium im selben Kreislauf, während unbehandeltes Wasser mit gelöstem Sauerstoff Mischinstallationen angreift. Was den Unterschied zwischen reinem Glykol und inhibierter Sole ausmacht, erklärt die Seite inhibiertes Glykol.
Welche Kühlsole passt zu welcher Anlage?
| Basis | Produkt | Frostschutz | Besonderheit | Typische Anwendung |
|---|---|---|---|---|
| Ethylenglykol, inhibiert | Glysofor N | bis -51 °C bei 58 % | beste Wärmeleitfähigkeit und Viskosität der Glykole, frei von Nitrit, Phosphat, Amin | Kaltwassersätze, Prozesskühlung, Kühlhäuser, Eisbahnen |
| Ethylenglykol, biologisch abbaubare Inhibitoren | Glysofor EVO N | bis -51 °C bei 58 % | frei von Nitrit, Borat, Phosphat, Triazol, Silikat, LAWA-gelistet | Anlagen in Wasserschutzgebieten, Erdreichnähe |
| Propylenglykol, inhibiert | Glysofor L | bis -32 °C bei 50 % | Lebensmittel- und Pharmaqualität (E 1520), kennzeichnungsfrei, WGK 1 | Lebensmittel- und Getränkeindustrie, Tiefkühlketten |
| Propylenglykol, FDA/GRAS | Glysofor F | bis -32 °C bei 50 % | NSF-registriert, alle Inhaltsstoffe als Lebensmittelzusatzstoffe zugelassen | direkter und indirekter Lebensmittelkontakt |
| Propylenglykol, biologisch abbaubare Inhibitoren | Glysofor EVO N | bis -32 °C bei 50 % | frei von Nitrit, Borat, Phosphat, Triazol, Silikat, LAWA-gelistet | ökologisch sensible Standorte, Wärmepumpen mit Kühlfunktion |
| Ethylen- oder Propylenglykol, hochrein | Glysofor ELM / Glysofor ELP | bis -51 °C (ELM), bis -32 °C (ELP) | Leitfähigkeit max. 0,1 µS/cm, angesetzt mit Reinstwasser | Umrichter-, Transformatoren-, Batterie- und Ladesäulenkühlung |
| Kaliumformiat, glykolfrei | Glysofor KF | KF15 bis KF50, -15 bis -50 °C | einfüllfertig, Viskosität 2,04 bis 3,20 mPa s, frei von Nitrit, Amin, Phosphat, Silikat, Borat | Tieftemperaturkühlung, Schockfroster, Lebensmittelindustrie |
Alle Typen sind mit Wasser in jedem Verhältnis mischbar, in WGK 1 eingestuft und benötigen nach § 35 AwSV keine Rückhaltung. Glysofor KF wird ausschließlich einfüllfertig geliefert, weil die Varianten KF15 bis KF50 werkseitig auf ihre Frostschutzstufe eingestellt sind.
Wie wird die Konzentration einer Kühlsole ausgelegt?
Der Gefrierpunkt der Sole liegt in der Praxis 5 bis 8 K unter der tiefsten Temperatur im Kreislauf, also unter der Verdampfungstemperatur am Wärmeübertrager der Kältemaschine und nicht unter der Vorlauftemperatur. Höher als nötig sollte die Konzentration nicht sein: Jedes zusätzliche Volumenprozent Glykol erhöht die Viskosität und senkt die Wärmekapazität, die Pumpen brauchen mehr Strom und die Wärmeübertrager verlieren Leistung. Unter 20 Volumenprozent bei Ethylenglykol und 25 Volumenprozent bei Propylenglykol reicht die Inhibitormenge für den Korrosionsschutz nicht mehr aus.
| Konzentration | Glysofor N / EVO N / ELM (Ethylenglykol) | Glysofor L / F / EVO L / ELP (Propylenglykol) | Glysofor KF (einfüllfertig) |
|---|---|---|---|
| 20% | -9°C | kein Korrosionsschutz, nicht einsetzen | KF15: -15 °C |
| 25% | -12°C | -11°C | KF20: -20 °C |
| 30% | -16°C | -14°C | KF30: -30 °C |
| 35% | -20°C | -18°C | KF40: -40 °C |
| 40% | -25°C | -22°C | KF50: -50 °C |
| 45% | -31°C | -26°C | |
| 50% | -38°C | -32°C | |
| 58% | -51°C | nicht empfohlen |
Zwischenwerte, Dichte, Wärmekapazität und Viskosität bei Betriebstemperatur berechnet der Stoffdatenkalkulator. Für die hydraulische Auslegung zählt die kinematische Viskosität bei der tiefsten Betriebstemperatur, sie steigt bei Glykolsolen unter -20 °C stark an und entscheidet über Pumpengröße und Wärmeübertragerfläche.
Was ist bei Werkstoffen, Befüllung und Betrieb zu beachten?
Glykolbasierte Glysofor-Solen sind für Multimetallinstallationen aus Stahl, Gusseisen, Kupfer, Messing und Aluminium sowie für die üblichen Dichtungswerkstoffe EPDM, NBR, PTFE und FKM geeignet. Bei Glysofor KF sind verzinkte Bauteile und Weichlot zu vermeiden, Weich-PVC und Polyurethan-Elastomere sind nicht beständig.
Vor der Befüllung wird der Kreislauf gespült und weitgehend entleert, Restwasser verdünnt die Sole und senkt den Frostschutz. Zum Ansetzen von Konzentrat eignet sich vollentsalztes Wasser, hartes Leitungswasser fällt mit den Inhibitoren aus und reduziert deren Wirkung. Einfüllfertige Mischungen liefert Glysofor in jeder gewünschten Konzentration, damit entfällt die Mischstelle auf der Baustelle.
Im Betrieb bleiben Glysofor-Solen bei Anlagenstillstand homogen und entmischen sich nicht. Der Frostschutz ist einmal jährlich mit Refraktometer oder Dichtemessung zu prüfen, der Inhibitorzustand alle 2 bis 3 Jahre im Labor.
Warum stellen Eisbahnen und Eisspeicher besondere Anforderungen an die Kühlsole?
Eisbahnen fahren die Sole in Rohrregistern unter der Eisfläche üblicherweise zwischen -8 und -14 °C, die Füllmengen liegen je Bahn im Bereich mehrerer Tankwagen. Hier zählt neben dem Frostschutz vor allem die Viskosität, weil die Pumpen dauerhaft laufen: Glysofor N mit 40 bis 45 Volumenprozent oder Glysofor KF30 senken den Pumpenstrom gegenüber Propylenglykol messbar. Eisspeicher für Wärmepumpen und Kälteanlagen arbeiten knapp unter dem Gefrierpunkt des Speicherwassers, dort genügen 25 bis 30 Volumenprozent, bei Erdreichkontakt mit LAWA-gelisteten Solen wie Glysofor EVO N oder EVO L.
Welchen Service bietet Glysofor rund um die Kühlsole?
Das Fluidanalytik-Labor prüft Frostschutz, pH-Wert, Reservealkalität, Inhibitorgehalt und Korrosionsprodukte einer Soleprobe und gibt eine Empfehlung zu Nachdosierung oder Austausch. Verbrauchte Sole nimmt Glysofor über die Rücknahme und das Recycling zurück. Für Befüllung und Entleerung stehen Pumpen und Behälter als Mietequipment bereit. Alle Produkte sind als Konzentrat oder einfüllfertige Mischung in 25 und 30 kg Kanistern, 220 kg Fässern, 1.000 kg IBC und per Tankwagen mit 24.000 kg lieferbar.
Verpackungsgrößen

Wir bieten folgende Gebindegrößen an:
- 25 kg / 30 kg PE-Kanister
- 220 kg PE-Fass
- 1.000 kg IBC
- 24.000 kg TKW
