Kühlflüssigkeit für Rechenzentren

Rechenzentren kühlen mit wasserbasierten Kreisläufen: Free Cooling über Rückkühler, Kaltwassersätze für die Umluftkühlung und zunehmend Direktkühlung an Racks und Leistungselektronik. Als Kühlflüssigkeit dient ein komplex inhibiertes Glysofor Glykol-Wasser-Gemisch, bei der Direktkühlung mit besonders niedriger elektrischer Leitfähigkeit. Auf dieser Seite finden Sie die passende Produktstaffel von Glysofor N bis zu den leitwertreduzierten Typen Glysofor ELM-KI und Glysofor ELP-KI, dazu Auslegung und Wartung.

Rückkühler eines Rechenzentrums, Kreislauf mit Glysofor Kühlflüssigkeit

Wo im Rechenzentrum Glykole von Glysofor im Einsatz sind

  • Free Cooling und Rückkühler: Der Kreislauf zwischen Rückkühler im Freien und Wärmetauscher im Gebäude ist der Witterung ausgesetzt und muss frostsicher gefüllt sein. So kühlen Rechenzentren über viele Stunden des Jahres nahezu zum Strompreis der Umwälzpumpen.
  • Kaltwasser-Kreisläufe: Vom Kaltwassersatz zu den Präzisionsklimageräten und Umluftkühlern, auch hier schützt der Glykolanteil außenliegende Anlagenteile und Stillstandszeiten.
  • Direktkühlung (Liquid Cooling): Je näher die Flüssigkeit an Servern und Leistungselektronik arbeitet, desto wichtiger wird eine extrem niedrige elektrische Leitfähigkeit, damit eine Leckage keinen elektrischen Schaden anrichtet.

Die Produktstaffel nach Leitfähigkeitsanforderung

Anforderung Produkt Typischer Einsatz
Keine besondere Leitfähigkeitsanforderung Glysofor N Rückkühler, Free-Cooling- und Kaltwasserkreisläufe
Niedrige elektrische Leitfähigkeit Glysofor ELM / ELP  Kreisläufe nahe an elektrischen Komponenten, Herstellung mit Reinstwasser
Extrem niedrige Leitfähigkeit plus Korrosionsschutz Glysofor ELM-KI / ELP-KI Direktkühlung an Racks und Leistungselektronik: High-Purity-Glykole mit leitwertneutralen Inhibierungen

Auslegung: Frostschutz, Viskosität und Pumpenenergie

Für die außenliegenden Kreisläufe gilt die Auslegungstemperatur des Standorts, mit Glysofor N zum Beispiel -16 °C bei 30 Vol.-% und -25 °C bei 40 Vol.-%. Wählen Sie die Konzentration nicht höher als nötig: Je mehr Glykol im Kreis, desto zähflüssiger das Medium und desto mehr Energie brauchen die Umwälzpumpen, in einem Betrieb, der an jeder Kilowattstunde für die Energieeffizienz gemessen wird, zählt das doppelt. Dichte, Viskosität und Wärmekapazität je Konzentration und Temperatur liefert der Stoffdatenkalkulator.

Leitfähigkeit und Materialschutz bei der Direktkühlung

Klassische Korrosionsinhibitoren erhöhen die elektrische Leitfähigkeit des Gemischs. Für die Kühlung nahe an der Elektronik ist das ein Zielkonflikt: Schutz der Metalle gegen Leitfähigkeit. Die KI-Varianten ELM-KI und ELP-KI lösen ihn mit einer leitwertneutralen Inhibierung, die Kupfer, Messing und die übrigen Kreislaufmetalle schützt, ohne den Leitwert anzuheben. Die Basis sind speziell behandelte High-Purity-Glykole, angesetzt mit Reinstwasser.

Betrieb und Wartung

Im laufenden Betrieb gehören drei Werte in den Wartungsplan: der Frostschutzwert vor jeder Frostperiode, der pH-Wert als Indikator für den Zustand der Glykolkomponente und bei Direktkühlung die elektrische Leitfähigkeit. Unser Fluidanalytik-Labor prüft Anlagenproben auf alle drei Werte und gibt eine klare Empfehlung. Für die Lecksuche in weitläufigen Kreisläufen gibt es den Glysofor Fluidmarker, einen UV-Farbstoff, der Undichtigkeiten unter UV-Licht sichtbar macht. Ausgetauschte Füllungen nehmen wir zurück.

Verpackungsgrößen

Wir bieten folgende Gebindegrößen an:

  • 25 kg / 30 kg PE-Kanister
  • 220 kg PE-Fass
  • 1.000 kg IBC
  • 24.000 kg TKW

📞 Oder rufen Sie uns an: +49 (0) 2641 – 205100

Alle Glysofor-Wärmeträger sind spezifisch inhibiert und als Konzentrat oder einfüllfertige Mischung lieferbar, vom Kanister bis zum Tankwagen. Wir beraten Sie gerne kostenfrei und unverbindlich bei Produktwahl und Auslegung!

Häufige Fragen zur Rechenzentrums-Kühlung

Für den klassischen Free-Cooling-Kreislauf ist Glysofor N die Standardwahl, die Konzentration richtet sich nach der tiefsten Standorttemperatur, in Deutschland meist 30 bis 40 Vol.-%. Bestehen Anforderungen an die elektrische Leitfähigkeit, kommen ELM oder ELP zum Einsatz.

Übliche Inhibitorpakete erhöhen die elektrische Leitfähigkeit des Gemischs. Eine leitwertneutrale Inhibierung schützt die Metalle im Kreislauf, ohne den Leitwert nennenswert anzuheben. Genau dafür sind die spezial Varianten Glysofor ELM-KI und Glysofor ELP-KI formuliert.

Den Frostschutzwert einmal jährlich vor der Frostperiode, den Leitwert bei Direktkühlung nach den Vorgaben des Anlagen- bzw. Serverherstellers, üblich sind regelmäßige Messintervalle im laufenden Betrieb. Bei Auffälligkeiten die Füllung im Labor analysieren lassen, statt auf Verdacht zu tauschen.

Thermisch ja, reines Wasser überträgt Wärme besser als jedes Gemisch. Außenliegende Kreisläufe brauchen aber Frostschutz, und ohne Inhibierung korrodiert der Kreislauf und kann durch mikrobiologische Anfälligkeiten zur Verschlammung neigen. In der Praxis werden deshalb oft beide Welten über einen Wärmetauscher getrennt: innen Wasser, außen ein Glysofor-Kreislauf.

Sie haben Fragen?

Wir beraten Sie gerne kostenfrei und unverbindlich, damit Sie das passende Produkt
für Ihren Einsatzzweck erhalten.