Glysofor – Glykole für Kaltwassersätze und Rückkühler
Außen aufgestellte Rückkühler, Freikühler und Kaltwassersätze sind im Winter frostgefährdet, ein eingefrorener Wärmetauscher bedeutet Stillstand und einen teuren Schaden. Deshalb wird der Kreislauf mit einem inhibierten Glysofor Glykol-Wasser-Gemisch betrieben, dessen Konzentration zur Auslegungstemperatur des Standorts passt. Auf dieser Seite finden Sie die Produktwahl je Anwendung, die Auslegung mit Stoffdaten und die Wartungspunkte vor der Frostperiode.
Warum außen aufgestellte Kälteanlagen Frostschutz brauchen
Gefährdet ist jede Anlage, deren Kreislauf der Witterung ausgesetzt ist: Rückkühler und Freikühler auf dem Dach, außen aufgestellte Kaltwassersätze, die Verbindungsleitungen ins Gebäude. Kritisch sind gerade die Momente, in denen die Anlage nicht läuft, etwa Stillstandszeiten am Wochenende, ein Stromausfall oder die Winterpause einer Klimaanlage. Der Glykolanteil sorgt dafür, dass die Füllung auch dann nicht gefriert, mit Glysofor N zum Beispiel bis -16 °C bei 30 Vol.-% und bis -25 °C bei 40 Vol.-%. Der typische Schadensfall sieht so aus: Eine Klimaanlage geht im Oktober außer Betrieb, niemand denkt an die Restfüllung im Rückkühler, im Januar platzt ein Wärmetauscherrohr, und aufzufallen beginnt das erst beim Wiederanfahren im Frühjahr, wenn Wasser austritt und die Saison ohne Kälte startet. Gegen dieses Szenario ist der Glykolanteil die mit Abstand günstigste Versicherung.
Produktwahl nach Anwendung
der Standard für technische Kühl- und Rückkühlkreisläufe, geeignet für Multimetallinstallationen aus Kupfer, Messing, Grauguss, Aluminium, Stahl und Lot.
Glysofor L
für lebensmittelnahe Kühlung, etwa in Molkereien, Brauereien und der Getränkeindustrie, sowie ökologisch sensiblen Anwendungsbereichen.
Glysofor ELM
wenn extrem niedrige elektrische Leitfähigkeiten bei gleichzeitiger Kennzeichnungsfreiheit gefordert sind. Für höchste Anforderungen die inhibierte Variante ELM-KI.
Glysofor ELP
wenn extrem niedrige elektrische Leitfähigkeiten bei gleichzeitiger Kennzeichnungsfreiheit gefordert sind. Für höchste Anforderungen die inhibierte Variante ELP-KI.
Ganzer Kreislauf oder Trennkreis?
Zwei Konzepte sind üblich. Entweder läuft das Glykol-Wasser-Gemisch durch den gesamten Kreislauf bis zu den Verbrauchern, das ist einfach und ohne zusätzlichen Wärmetauscher. Oder ein Plattenwärmetauscher trennt den frostgefährdeten Außenkreis vom Innenkreis: außen Glysofor, innen Wasser. Der Trennkreis begrenzt die Glykolmenge und hält die Effizienz der Innenverteilung hoch, kostet aber den Temperaturverlust am Wärmetauscher und eine zweite Pumpe. Bei Nachrüstungen im Bestand ist er oft der sauberste Weg, weil die Innenverteilung unangetastet bleibt. Wir rechnen auf Anfrage beide Varianten mit den Stoffdaten Ihrer Konzentration durch.
Auslegung: Frostschutz, Viskosität, Kälteleistung
Bei der Auslegung zählt mehr als der Frostschutzwert. Der Glykolanteil erhöht die Viskosität und senkt die Wärmekapazität des Mediums, das beeinflusst Kälteleistung, Durchfluss und Pumpenauslegung. Die Gerätehersteller geben dafür Korrekturfaktoren an, die Stoffdaten des Mediums je Konzentration und Temperatur finden Sie auf unseren Produktseiten und im Stoffdatenkalkulator. Deshalb gilt: so viel Glykol wie nötig, so wenig wie möglich. Prüfen Sie bei Bestandsanlagen nach einer Konzentrationsänderung auch den Durchfluss, eine auf Wasser eingestellte Pumpe fördert mit 40 Vol.-% Glykol spürbar weniger, und ein zu geringer Durchfluss kostet mehr Kälteleistung als das Glykol selbst.
Ablagerungen und Biofilme vermeiden
Verwenden Sie niemals reine Wasser-Glykol-Gemische ohne Inhibitorenausrüstung, sie wirken korrosiv. Alle Glysofor-Produkte sind vollinhibiert und langfristig widerstandsfähig gegen Biofilmbildung, Fäulnis und mikrobiologische Zersetzung, das schützt den Wärmeübergang im Rückkühler, der durch Beläge schleichend schlechter würde. Als Anmischwasser eignet sich ideal aufbereitetes Wasser. Sofern Sie Glysofor als einfüllfertige Mischung beziehen, wird Ihnen dieses Thema komplett abgenommen.
Vor der Frostperiode: Füllung prüfen
Einmal jährlich vor dem Winter den Frostschutzwert messen, mit Refraktometer oder Frostschutzprüfer dauert das wenige Minuten. Bei Auffälligkeiten wie Verfärbung, Geruch oder unklarer Historie prüft unser Fluidanalytik-Labor die Füllung auf Frostschutzwert, pH-Wert und Inhibitorzustand und gibt eine klare Empfehlung. Sinnvoll ist ein fester Termin im Wartungskalender, etwa zusammen mit der Herbst-Inspektion der Kältetechnik: Frostschutzwert messen, Füllstand und Ausdehnungsgefäß kontrollieren, Sichtkontrolle auf Trübung und Ablagerungen am Schauglas oder an der Entnahmestelle. Ausgetauschte Füllungen nehmen wir zurück.
Verpackungsgrößen

Wir bieten folgende Gebindegrößen an:
- 25 kg / 30 kg PE-Kanister
- 220 kg PE-Fass
- 1.000 kg IBC
- 24.000 kg TKW



