Beschreibung
Was ist Ethylenglykol?
Ethylenglykol ist eine organische Verbindung, die in zahlreichen industriellen und kommerziellen Anwendungen eine zentrale Rolle spielt. Aufgrund seiner spezifischen chemischen und physikalischen Eigenschaften ist es ein vielseitiger und effektiver Bestandteil in vielen Produkten – insbesondere als Frostschutz- und Wärmeübertragungsmittel.
Ethylenglykol ist der einfachste zweiwertige Alkohol (Diol). In der Fach- und Handelswelt wird es präzise als Monoethylenglykol (MEG) bezeichnet.
Wichtige Unterscheidung: Monoethylenglykol darf nicht mit den höheren Glykolen wie Diethylenglykol (DEG), Triethylenglykol (TEG) oder Tetraethylenglykol (TTEG) verwechselt werden. Diese entstehen durch die Verknüpfung mehrerer Glykol-Einheiten, besitzen andere Molekülgrößen und weichen in ihren toxikologischen sowie physikalischen Eigenschaften (wie Siedepunkt, Viskosität oder Wärmeleitfähigkeit) deutlich ab.
Wichtigste physikalische Daten:
- Aussehen: Farb- und geruchlose, viskose Flüssigkeit mit einem süßlichen Geschmack.
- Dichte: 1,11 g/cm³ (bei 20 °C)
- Schmelzpunkt: -16 °C
- Siedepunkt: 197 °C
- Wasserlöslichkeit: Vollständig mit Wasser mischbar
Die industrielle Herstellung von Ethylenglykol erfolgt hauptsächlich durch die Hydrolyse von Ethylenoxid, welches durch die Oxidation von Ethylen gewonnen wird. Dieser Prozess ermöglicht die Produktion von hochreinem Ethylenglykol in großen Mengen.
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Vielseitige Verwendung: Wofür wird Ethylenglykol eingesetzt?
Die Anwendungsbereiche von Ethylenglykol sind breit gefächert und reichen von der Automobilindustrie bis hin zur Herstellung von Kunststoffen.
Hauptanwendung: Frostschutz- & Wärmeübertragungsmittel
Die mit Abstand bekannteste Anwendung von Ethylenglykol ist seine Funktion als Hauptkomponente in Frostschutzmitteln für Kühlsysteme wie man sie z.B. in Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen (HLK) findet. In wässriger Lösung senkt es den Gefrierpunkt und erhöht gleichzeitig den Siedepunkt, was einen ganzjährigen Betrieb von Kühlsystemen und Wasserkreisläufen unter extremen Temperaturen ermöglicht. Auch in der Prozesskühlung in der Industrie kommt es als Wärmeübertragungsflüssigkeit zum Einsatz.
Ethylenglykol richtig anwenden: Konzentrationen & Mischverhältnisse
Unser Ethylenglykol wird als 100 % Konzentrat geliefert. Um den Gefrierpunkt von Wasser zu senken, kann es beispielhaft in den unten genannten Konzentrationen eingesetzt werden. Sofern es für die Herstellung eines Frostschutzmittels für Wasserkreisläufe eingesetzt wird, ist es unerlässlich, ein komplexes Paket von Korrosionsschutzzusätzen und Stabilisatoren beizugeben. Dies kann z.B. mit Glycogard HT erfolgen. Für eine in jedem Anwendungsfall optimale Leistung und zum weiteren Schutz vor Korrosion wird die Verwendung von demineralisiertem oder destilliertem Wasser gemäß VDI 2035 oder VDI 6044 empfohlen.
Wichtiger Hinweis: Eine Konzentration über 60 % wird für einen Wärmeträger auf Basis von Ethylenglykol wird nicht empfohlen, da der Gefrierpunkt in diesem Bereich wieder ansteigt und die Wärmekapazität der Kühlflüssigkeit sinkt.
Produkte auf Basis von Ethylenglykol sind nicht für den Einsatz in Lebensmittel- oder Trinkwassersystemen zugelassen!
Empfohlene Produkte
Sicherheitshinweise für Ethylenglykol: Gefahren und Schutzmaßnahmen
Aufgrund seiner Einstufung nach CLP / GHS erfordert der Umgang mit Ethylenglykol besondere Vorsichtsmaßnahmen.
Gesundheitsrisiken
Das größte Risiko geht vom Verschlucken der Flüssigkeit aus, was zu schweren Vergiftungen bis hin zum Tod führen kann. Auch der Hautkontakt sollte vermieden werden, da die Substanz über die Haut aufgenommen werden kann. Bei wiederholter Exposition können Organschäden, insbesondere an den Nieren, auftreten.
Empfohlene Persönliche Schutzausrüstung (PSA) und Erste-Hilfe-Maßnahmen
- Vor der Anwendung: Schutzhandschuhe und Schutzbrille tragen. Für ausreichende Belüftung sorgen und Nebelbildung vermeiden.
- Bei Hautkontakt: Kontaminierte Kleidung entfernen und die betroffene Stelle mit viel Wasser und Seife waschen.
- Bei Augenkontakt: Augen mehrere Minuten mit reichlich Wasser spülen.
- Bei Verschlucken: Mund ausspülen und sofort ein Giftinformationszentrum oder einen Arzt hinzuziehen. Kein Erbrechen herbeiführen.

GHS- / CLP-Kennzeichnung:
Ethylenglykol ist nach dem Global HarmonisiertenSystem (GHS) und CLP wie folgt gekennzeichnet:
- Piktogramme: GHS07 (Ausrufezeichen), GHS08 (Gesundheitsgefahr)
- Signalwort: Achtung
- H-Sätze: H302 (Gesundheitsschädlich bei Verschlucken), H373 (Kann die Organe schädigen bei längerer oder wiederholter Exposition)
Lagerung, Transport und umweltgerechte Entsorgung
- Lagerung: Ethylenglykol sollte kühl, trocken und in dicht verschlossenen Behältern gelagert werden. Es sollte getrennt von starken Oxidationsmitteln und unzugänglich für Kinder und Tiere aufbewahrt werden.
- Transport: Ethylenglykol gilt in der Regel nicht als Gefahrgut im Sinne der Transportvorschriften.
- Umweltaspekte und Entsorgung: Ethylenglykol ist in die Wassergefährdungsklasse 1 (schwach wassergefährdend) eingestuft und ist biologisch abbaubar. Dennoch darf es nicht ins Abwasser oder in die Umwelt gelangen. Die Entsorgung muss gemäß den örtlichen und nationalen Vorschriften als erfolgen.
Ethylenglykol im Vergleich: Alternativen wie Propylenglykol
Die häufigste Alternative zu Ethylenglykol ist Propylenglykol. Die Hauptunterschiede liegen in der Toxizität, beim Einsatz in Wärmeträgermedien in der Leistung und in den Kosten.
- Toxizität: Propylenglykol besitzt im Gegensatz zu Ethylenglykol nach CLP / GHS keine Einstufung und wird daher in Anwendungen bevorzugt, bei denen ein Kontakt mit Lebensmitteln oder Trinkwasser möglich ist, wie z.B. in der Lebensmittelindustrie.
- Leistung: Ethylenglykol bietet eine etwas bessere Wärmeübertragungsleistung, geringere Viskositäten und einen effektiveren Frostschutz bei geringeren Konzentrationen.
- Kosten: Ethylenglykol ist in der Regel kostengünstiger in der Herstellung.
Die Wahl zwischen den beiden Glykolen hängt also stark von der spezifischen Anwendung und den Sicherheitsanforderungen ab. Es gibt auch Unterschiede zu anderen Glykolen, wie Diethylenglykol oder Triethylenglykol.
| Merkmal | Ethylenglykol | Propylenglykol |
|---|---|---|
| Toxizität | Gesundheitsschädlich bei Aufnahme | Ungiftig, lebensmitteltauglich |
| Anwendung | Frostschutzmittel, Kühlmittel, Industrieanlagen | Lebensmittelindustrie, Pharma, Trinkwassersysteme |
| Wärmeübertragung | Höher, effizienter bei niedrigeren Konzentrationen | Etwas geringer |
| Frostschutz | Besser bei niedriger Konzentration | Etwas weniger effektiv |
| Kosten | Günstiger in der Herstellung | Teurer als Ethylenglykol |
| Sicherheitsanforderungen | Beim Umgang sind verschiedene Sicherheitsaspekte sind zu beachten. | Einfacherer Umgang möglich |



