Inhibiertes Glykol

Inhibiertes Glykol ist Glykol mit einem abgestimmten Paket aus Korrosionsinhibitoren und Stabilisatoren. Der Unterschied zum reinen Glykol aus dem Chemiehandel ist nicht kosmetisch: Reine Wasser-Glykol-Gemische haben deutlich ausgeprägte, korrosive Eigenschaften und greifen Metalle im Kreislauf an. Erst die Inhibierung macht aus dem Frostschutz einen Wärmeträger für den wartungsarmen Dauerbetrieb über viele Jahre.

"Prüfung des Inhibitorzustands einer Glykolprobe im WITTIG-Labor

Warum reine Wasser-Glykol-Gemische Anlagen schädigen

Verwenden Sie niemals reine Wasser-Glykol-Gemische ohne Inhibitorenausrüstung. Glykol altert im Betrieb unter Temperatur- und Sauerstoffeinfluss, dabei entstehen Abbauprodukte, die das Gemisch ansäuern und Rohre, Wärmetauscher und Dichtflächen angreifen. Dazu kommt: Ein unbehandeltes Gemisch bietet keinen Schutz gegen Bewuchs, Ablagerungen und Verschlammung. Der niedrigere Einkaufspreis von Rohglykol wird so schnell zum teuersten Posten der Anlage. In der Praxis zeigt sich der Schaden zeitversetzt: Erst nach zwei, drei Betriebsjahren tauchen braune Trübung, zugesetzte Schmutzfänger und undichte Verschraubungen auf, und dann steht neben dem Fluidtausch auch die Reinigung des Kreislaufs an.

Was das Inhibitorpaket leistet

Das Inhibitorpaket schützt alle im Anlagenbau üblichen Metalle, also Kupfer, Messing, Lot, Grauguss, Aluminium und Stahl, auch in Multimetallinstallationen. Es puffert den pH-Wert gegen die Alterung des Glykols, verhindert Ablagerungen und Verschlammung und macht die Füllung langfristig beständig gegen Biofilme und mikrobiologische Zersetzung. Kritische Stoffgruppen wie Nitrite, Phosphate oder Amine sind in Glysofor-Produkten nicht enthalten. Vereinfacht arbeiten drei Wirkgruppen zusammen: Metallschutz-Komponenten legen sich als dünne Schutzschicht an die Metalloberflächen, Puffersubstanzen halten den pH-Wert stabil im leicht alkalischen Bereich und fangen saure Alterungsprodukte ab (die sogenannte Reservealkalität), Stabilisatoren verhindern, dass Wasserinhaltsstoffe ausfallen und sich als Belag auf Wärmetauscherflächen legen. Entscheidend ist die Abstimmung des Pakets auf die Glykolbasis, deshalb lassen sich Inhibitoren auch nicht beliebig zukaufen und selbst zudosieren.

Vollinhibierte Glysofor-Wärmeträger im Überblick

Produkt Basis Typischer Einsatz
Glysofor N  Monoethylenglykol Standard für Heiz- und Kühlanlagen, Industrie, Multimetall
Glysofor L Propylenglykol lebensmittelnahe Anwendungen, Pharma, Kosmetik
Glysofor EVO N / EVO L  MEG / MPG LAWA-gelistet, für Erdwärme und ökologisch sensible Bereiche
Glysofor ELM / ELP MEG / MPG extrem niedrige elektrische Leitfähigkeit, Rechenzentren, Trafos

Nachinhibieren statt tauschen: Glycogard HT und Thermogard HT

Zwei Sonderfälle aus der Praxis: Ist eine Anlage bereits mit unihibiertem Glykol befüllt, lässt sich das bestehende Gemisch mit Glycogard HT nachinhibieren, das erspart den kompletten Austausch. Und wo Korrosionsschutz gebraucht wird, aber kein Frostschutz, ist Thermogard HT als reines Korrosionsschutzkonzentrat die passende Lösung. Voraussetzung für beides ist eine Analyse der vorhandenen Füllung, damit Dosierung und Verträglichkeit stimmen. Gerade bei großen Füllmengen rechnet sich das schnell: Statt zigtausend Litern Entsorgung und Neubefüllung wird gezielt aufgerüstet, und die Anlage bleibt dabei in Betrieb.

Inhibitorzustand prüfen lassen

Ob eine Füllung noch ausreichend inhibiert ist, sieht man ihr nicht an. Unser Fluidanalytik-Labor prüft Ihre Anlagenprobe auf pH-Wert, Korrosionspartikel und Inhibitorenzustand und gibt eine klare Empfehlung: Füllung belassen, nachinhibieren oder tauschen.

Verpackungsgrößen

Wir bieten folgende Gebindegrößen an:

  • 25 kg / 30 kg PE-Kanister
  • 220 kg PE-Fass
  • 1.000 kg IBC
  • 24.000 kg TKW

📞 Oder rufen Sie uns an: +49 (0) 2641 – 205100

Alle Glysofor-Wärmeträger sind vollinhibiert und als Konzentrat oder einfüllfertige Mischung lieferbar, vom Kanister bis zum Tankwagen. Wir beraten Sie gerne kostenfrei und unverbindlich bei Produktwahl und Auslegung!

Häufige Fragen zu inhibiertem Glykol

Warnzeichen sind ein pH-Wert, der Richtung sauer wandert, Verfärbung, auffälliger Geruch und Korrosionsspuren an Entlüftern oder Verschraubungen. Sicher beurteilen lässt sich der Zustand nur im Labor, die Probe dafür ist schnell genommen.

Ja, sofern die Glykolbasis gleich ist. Glysofor-Produkte sind chemisch kompatibel mit marktüblichen Produkten auf derselben Basis, ein Ethylenglykol-Typ wie Glysofor N lässt sich also in Anlagen mit anderen MEG-Produkten aufdosieren, ein Propylenglykol-Typ wie Glysofor L entsprechend in PG-Anlagen. Das macht Glysofor zur unkomplizierten Wahl beim Nachfüllen nach Druckverlusten. Drei Einschränkungen: Die Basis der Altfüllung sollte bekannt sein, im Zweifel klärt sie unsere Laboranalyse. Die Spezialtypen der EL-Reihe werden grundsätzlich nicht mit anderen Produkten vermischt, dort zählt die Reinheit des Kreislaufs. Und die einfüllfertigen Typen Glysofor E und EVO E werden weder verdünnt noch gemischt, dort wird nur mit dem identischen Produkt nachgefüllt.

Nein. Kfz-Frostschutz ist auf Motorkühlkreisläufe ausgelegt und enthält häufig Silikate, die in Heiz- und Kälteanlagen Dichtungen und Beschichtungen angreifen und zu Vergelungen neigen können. Weitere Inhibitorengruppen die im Kfz-Bereich sinnvoll sein können, können in stationären Wasserkreisläufen kontraproduktiv sein. Letztlich sind Kfz-Frostschutzmittel nur so hoch ausgerüstet, dass sie im Rahmen der relativ kurzen Wechselintervallen von wenigen Jahren Leistungen zeigen. Spezial Produkte wie Glysofor sind hingegen für stationäre, große Wasserkreisläufe formuliert und so hoch ausgerüstet, dass sie mitunter mehrere Jahrzehnte verwendbar sind. Für Gebäude- und Industrieanlagen gehören Wärmeträger in den Kreislauf, die dafür formuliert sind.

Die Reservealkalität gibt an, wie viel Säure die Füllung abpuffern kann, bevor der pH-Wert kippt. Sie ist damit so etwas wie der Tank des Korrosionsschutzes: Im Betrieb entstehen laufend saure Alterungsprodukte, die der Puffer neutralisiert, und wenn er verbraucht ist, sinkt der pH-Wert und die Korrosion beginnt. Deshalb prüft die Laboranalyse diesen Wert immer mit.

Bei korrekter Konzentration und dichter Anlage viele Jahre bis Jahrzehnte. Prüfen Sie einmal jährlich den Frostschutzwert und lassen Sie die Füllung bei Auffälligkeiten analysieren, statt nach festem Kalender zu tauschen.

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