Kühlmittel für Ladesäulen und gekühlte Ladekabel

Schnellladesäulen kühlen an zwei Stellen mit Flüssigkeit: die Leistungselektronik im Schaltschrank und beim High Power Charging zusätzlich das Ladekabel samt Stecker. Als Kühlmittel dient ein Glysofor Glykol-Wasser-Gemisch, das frostsicher ist und nahe an stromführenden Komponenten eine möglichst niedrige elektrische Leitfähigkeit mitbringt. Auf dieser Seite finden Sie die passende Produktstaffel von Glysofor N bis zu den Sezial-Typen ELM-KI und ELP-KI, dazu Hinweise zu Befüllung, Leitwert im Betrieb und Wartung.

Schnellladesäule mit flüssigkeitsgekühltem Ladekabel, Kreislauf mit Glysofor Kühlmittel

Warum Schnellladen ohne Flüssigkeitskühlung nicht geht

Beim Laden mit 150 bis 400 kW fließen dauerhaft mehrere hundert Ampere durch Kabel und Stecker. Ein ungekühltes Kabel müsste dafür so dick sein, dass es an der Säule kaum noch handhabbar wäre. Flüssigkeitsgekühlte Ladekabel führen die Verlustwärme über dünne Kühlkanäle direkt am Leiter ab und bleiben dadurch leicht und flexibel. Die gleiche Logik gilt im Schaltschrank: Gleichrichter und Leistungsmodule arbeiten auf engem Raum und geben ihre Abwärme an einen Kühlkreislauf ab, der sie über einen Rückkühler an die Umgebung abführt. Beide Kreisläufe stehen im Freien und müssen alle Witterungsverhältnisse unbeschadet überstehen.

Anforderungen an das Kühlmittel

  • Frostschutz: Ladesäulen stehen ungeschützt im Freien, ausgelegt wird auf die tiefste Standorttemperatur, mit Glysofor N zum Beispiel -25 °C bei 40 Vol.-% und -38 °C bei 50 Vol.-%.
  • Niedrige elektrische Leitfähigkeit: Je näher der Kreislauf an Stecker, Kabel und Leistungselektronik arbeitet, desto wichtiger wird ein niedriger Leitwert, damit eine Leckage keine Kriech- und Ableitströme verursacht.
  • Korrosionsschutz für Multimetall-Kreisläufe: Aluminium, Kupfer und Messing kommen in Kühlplatten, Kabelkühlung und Wärmetauschern gemeinsam vor und brauchen eine darauf abgestimmte Inhibierung.
  • Niedrige Viskosität in der Kälte: Die Kühlkanäle im Ladekabel sind eng, das Medium muss auch bei Minusgraden pumpfähig bleiben, die Konzentration deshalb nicht höher wählen als der Standort verlangt.

Die Produktstaffel für Ladeinfrastruktur

 

Anforderung Produkt Typischer Einsatz
Schaltschrank- und Rückkühlerkreislauf ohne besondere Leitwertanforderung Glysofor N  Kühlung der Leistungselektronik über getrennten Kreislauf, Multimetallinstallationen
Niedrige elektrische Leitfähigkeit Glysofor ELM oder ELP  Kreisläufe nahe an elektrischen Komponenten, Herstellung mit Reinstwasser
Extrem niedrige Leitfähigkeit plus umfassender Korrosionsschutz Glysofor ELM-KI oder ELP-KI Kabel- und Steckerkühlung beim High Power Charging mit leitwertneutraler Inhibierung

Leitwert im Betrieb: befüllen, messen, konstant halten

Der sehr niedrige Leitwert der KI-Typen ist ein Herstellwert aus der Produktion. Durch Abfüllen, Umfüllen und den Kontakt mit der Anlage nimmt die Leitfähigkeit im Betrieb zu, in welchem Tempo, ist anlagenspezifisch. Drei Dinge halten den Wert niedrig: sauberes Equipment bei der Befüllung, ein Grenzwert, den der Anlagen- bzw. Säulenhersteller vorgibt und der regelmäßig gemessen wird, und bei Bedarf eine handelsübliche Mischbettharz-Patrone im Bypass, die Ionen laufend entfernt. Da Glysofor ELM-KI keine ionischen Inhibitoren enthält, arbeitet der Ionenaustauscher dabei nicht gegen den Korrosionsschutz.

Betrieb und Wartung

In den Wartungsplan gehören der Frostschutzwert vor jeder Frostperiode, der pH-Wert als Indikator für den Zustand der Füllung und in leitwertkritischen Kreisläufen die elektrische Leitfähigkeit. Tauschkriterien sind eine gelbliche bis braune Verfärbung, ein pH-Wert deutlich unter 5,5 oder sichtbare Partikel im Medium. Im Zweifel entscheidet die Laboranalyse statt des Tauschs auf Verdacht: Unser Fluidanalytik-Labor prüft Anlagenproben und gibt eine klare Empfehlung. Ausgetauschte Füllungen nehmen wir zurück.

Verpackungsgrößen

Wir bieten folgende Gebindegrößen an:

  • 25 kg / 30 kg PE-Kanister
  • 220 kg PE-Fass
  • 1.000 kg IBC
  • 24.000 kg TKW

📞 Oder rufen Sie uns an: +49 (0) 2641 – 205100

Wir beraten Sie gerne kostenfrei und unverbindlich bei Produktwahl und Auslegung!

Häufige Fragen zur Ladesäulen-Kühlung

Für die Kabel- und Steckerkühlung beim High Power Charging sind Glysofor ELM-KI und ELP-KI die erste Wahl: High-Purity-Glykol mit Reinstwasser angesetzt, sehr niedrige elektrische Leitfähigkeit und trotzdem umfassender Korrosionsschutz. Schreibt der Säulenhersteller ein bestimmtes Kühlmittel oder eine Spezifikation vor, gilt dessen Freigabe, wir prüfen auf Anfrage, welcher Glysofor-Typ sie erfüllt.

Der Kühlkreislauf verläuft direkt an stromführenden Bauteilen. Bei einer Leckage verhindert ein niedriger Leitwert, dass das Medium Kriech- und Ableitströme trägt. Klassische Korrosionsinhibitoren erhöhen überwiegend die Leitfähigkeit deutlich, die KI-Varianten lösen diesen Zielkonflikt mit einer leitwertneutralen Inhibierung.

Nein, er steigt im Betrieb an, wie schnell, hängt von der Anlage ab. Den zulässigen Höchstwert legt der Hersteller der Säule bzw. der Betreiber fest. Regelmäßige Messung gehört zum Betrieb, eine Mischbettharz-Patrone im Bypass hält den Wert bei Bedarf dauerhaft niedrig.

Bei Druckverlust kann mit einem Produkt auf gleicher Glykolbasis aufdosiert werden, Glysofor ist chemisch kompatibel mit Fremdprodukten derselben Basis. Bei leitwertkritischen Kreisläufen vorher die Verträglichkeit und den Leitwert prüfen, im Zweifel eine Probe an unser Labor senden.

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